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Bald geschafft ...
Nun habe ich meine erste Chemotherapie bald geschafft ,und die zweite Runde wird beginnen. Bisher waren die neuen Erfahrungen nicht annähernd so schlimm wie es einige und auch ich selbst befürchtet haben. Ich fühle mich, auch bei kleineren Anstrengungen, geschwächt und müde. Dies sind jedoch schon ziemlich die einzigen Nebenwirkungen die ich als sehr störend einstufe und das stoßweise auftretetende Übelkeitsgefühl. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass ich selten Medikamente gegen die Nebenwirkungen einsetzte ist dies alles in allem eine durchaus positive Bilanz, die ich nach der ersten Runde ziehen kann. Ich hatte auch Tage der Schwäche, ohne Frage. Drei Tage hatte ich gegen Schmerzen und gegen schlechte Laune zu kämpfen. Ob diese drei Tage wirklich von der Chemo kamen oder ich mir nur was eingefangen habe weiß ich nicht. Sicher ist nur dass ich diese Tage auch irgendwie geschafft habe und das nicht zuletzt durch Claudia. Man muß manchmal ganz schön Nerven haben mich bei guter Laune zu ertragen. Bei schlechter Laune ist dies jedoch kaum möglich. Wer mich näher kennt wird das sehr gut verstehen. Dennoch hat sie mir geholfen wo sie konnte und mich dadurch aufgebaut und auch getröstet. Ich habe die Tage nicht geweint, aber ich war traurig, empfand alles als ungerecht, naja ein bißchen wie ein kleiner Junge halt, der am liebsten seine Wut über ein Verbot ausleben möchte, es aber nicht darf und diese Wut verstand sie mir zu nehmen. Fragt mich nicht im einzelnem wie Claudia es geschafft hat. Ich weiß es nicht. Unterschätzt die Stärke dieser Frau nicht. Was jedoch viel wichtiger ist überschätzt sie auch nicht! Viele erkundigen sich nach mir, was mich natürlich auch freut, aber nicht alle fragen auch wie es ihr geht. Und wir stehen beide vor den gleichen Schwierigkeiten. Ihre Zukunftsängste sind noch größer als meine. Wird sie alles schaffen, wird sie auch später die Kraft haben für die Kinder und für mich? Wir sind beide verdammt hart im nehmen. Das haben mir die letzten Wochen gezeigt. Für Jonas und Alina und auch für uns selbst sind wir in der Lage sämtliche Schmerzen und Qualen wegzustecken. Wir sind trotz allem oder gerade deswegen eine verdammt glückliche Familie. Die Angst schlummert nur mit dass eines Tages alles weggesteckte ausbricht und wir denken es wird nicht mehr weiter gehen.
Thomas
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