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Donnerstag, 05.01.2006 - Ein Rückblick:
Wir haben den 24. Dezember 2005. Alles ist anders. Mein Sohn Jonas sagte, dass er eigentlich gar nicht dieses doofe Weihnachten feiern will. Was sollte ich sagen? Mir ging es doch genauso.
Es wäre kein richtiges Fest mehr ohne seinen Papa. Recht hatte er. Für die Kinder ging es auf einmal nicht mehr um Geschenke, sie wollten das Fest der Liebe feiern mit dem Menschen, den sie so sehr liebten und der jetzt nicht mehr bei ihnen sein konnte. Ich glaube, das waren nach den vergangenen Tagen die schwersten Stunden, die ich hatte und irgendwie musste ich sie doch schön machen, schließlich war doch Weihnachten!
Dieses Fest wird nie mehr so sein wie früher. Das ist wohl uns allen klar. Silvester, das gleiche. Alle meinen es gut mit uns, sagen lieb gemeinte Worte. Doch deren Bedeutung kommt bei uns erstmal nicht an. Wie auch?
Er fehlt uns jede einzelne Sekunde. Mir ganz besonders. Doch habe ich als Mutter auch diese Verantwortung, es den Kindern so leicht wie möglich zu machen. Ich denke, es gelingt mir gut. Ja, ausgesprochen gut sogar. Sie bekommen ihre Zeit zum Trauern, zum Weinen und auch um über seine „Marotten“ zu lachen. Es war ja nicht nur ernst bei uns Das war das wovor Thomas keine Angst hatte. Das ich das nicht schaffen würde. Meinen Kindern geht es prima. So absurd es sich auch anhören mag!
Ich denke, die Zeit, die Thomas und ich hatten, um Abschied zu nehmen, gibt mir diese Kraft, das alles zu bewältigen. Es sind keine Fragen offen, keine Wünsche unerfüllt. Niemand, der das nicht selbst erlebt hat, kann es in irgendeiner Weise nachempfinden.
Erst haben wir wieder zueinander gefunden, um dann ein Jahr lang Abschied zu nehmen… So etwas kann niemand verstehen. Das bleibt nur für uns alleine.
Wir werden versuchen, die nächste Zeit so „normal“ wie möglich zu gestalten. Die Schule fängt bald wieder an und dann vergehen die Tage wieder wie in Fluge. Und eines Tages sagt dann wieder jemand: Mensch, wo ist nur die Zeit geblieben? So ist es im vergangenen Jahr öfters vorgekommen. Und mag es auch sehr schwer gewesen sein, ich hätte es gerne noch eine Million Tage länger ausgehalten.
Wovor hat man eigentlich Angst? Vor dem alleine sein? Vor dem, was man ab jetzt alles alleine bewältigen muss? Oder Angst, dass die Erinnerungen so stark wehtun, weil sie einfach auch zu schön waren? Wer Thomas und mich kennt, weiß dass es nie, wirklich nie langweilig bei uns zuging. Wahrscheinlich wird mir genau das so sehr fehlen. Was sich liebt das neckt sich eben auch!!! Und nur wer wirkliche Liebe erleben durfte, darf darüber urteilen.
Claudia
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